Bienen, unsere Nachbarn am Kletterturm in Wangen | © Teilnehmer

Bienen, unsere Nachbarn am Kletterturm in Wangen

30.08.2026

Die Bienen sind vom Gelände des Kletterturms nicht mehr wegzudenken. Jeder Kletterer ist schon mehrmals von diesen freundlichen Insekten umschwirrt worden, besser Bienen als Wespen. 

Am 24.07.2026 wurden wir Kletterer und Wanderer des DAV mit 12 Personen von den Verantwortlichen des „Bienengärtles“ am Herzmannser Weg zur Besichtigung mit Vorträgen eingeladen. Nach einem reichhaltigen Frühstück auf unserer DAV-Veranda sind Christoph Will und Hans Emtmann beim Präsentieren ihrer „Haustiere“ sehr engagiert. Wir erhalten im Pavillon der Imkerstation einen bebilderten Vortrag zur Biologie und insbesondere der jahreszeitlichen Veränderungen im Bienenstock. 

Es gibt 3 Typen der Bienen: die Königinnen, die Arbeitsbienen und die Drohnen. Wenn Larven im Frühjahr mit „Gelee royale“ gefüttert werden, entwickeln sich Königinnen. Aber nur eine ist für ein Bienenvolk notwendig, die erste schlüpfende Königin tötet alle nachfolgenden Tiere. Die Königin ist dazu bestimmt, Nachkommen zu generieren. Sie legt täglich hunderte Eier in die Waben, die aus Wachs von den Arbeitsbienen aufgebaut werden. Aus den befruchteten Eiern schlüpfen Arbeitsbienen, diese sind weiblich. Die Drohnen sind männlich und befruchten die Königin, danach sterben sie ab. Hans Emtmann zeigt uns, wie kunstvoll die Wabenschichten in den Kästen konstruiert sind. 

Die Arbeiterinnen durchlaufen ein streng geordnetes Leben. Zunächst putzen sie den Bienenstock, der sehr hygienisch überwacht wird. Dann müssen sie die Maden füttern und erst ab dem 21. Lebenstag dürfen sie Pollen und Nektar sammeln. Schon nach 40 Tagen ist ihr Leben beendet. 

Christoph und Hans zeigen uns nun den Bienengarten, es herrscht heute eine brütende Hitze. Zahlreiche Blumen und Blühgehölze sind schon abgeblüht, andere stehen in voller Blüte und können noch als Pollen- und Nektarlieferanten dienen. Es gibt viel zu tun, viele trockene Pflanzen müssen geschnitten werden. Manche könnten danach noch einmal aufblühen, andere kommen nächstes Frühjahr wieder. Die Bedingung der Fachfirma für das Anlegen des Gartens vor der Gartenschau war, dass dieser Garten auch langfristig erhalten bleibt. Die beiden Imker leisten zusammen mit anderen Ehrenamtlichen des Imkervereins diese Arbeit. 

Weitere Besonderheiten sind ein Kasten und ein Hügel mit Wildbienen. In dem Sand-Erde-Gemisch erkennt man 3-5 mm kleine Löcher, die ins Innere der Behausung führen. Wildbienen seien für die Natur noch wirksamer als Honigbienen, da sie weiträumiger unterwegs sind, dadurch vielfältiger bestäuben können und nicht nur auf die Produktion großer Honigmengen ausgerichtet sind. 

Wir genießen zum Schluss die verschiedenen naturreinen Honige, die man hier in der Imkerstation auch kaufen kann: Eine angenehme Leckerei am Ende der gelungenen Präsentation. Wenn wir heute den höchsten Karabiner am Kletterturm geklickt haben, können wir jetzt von oben einen fachkundigen Blick in den Bienengarten werfen. 

Kurt Stübing