Skitouren im Engadin | © Johannes Schuster

Skitouren im Engadin

16.03.2026

In der Info, die ich meinen Teilnehmern zur Vorbereitung auf die geplanten Skitourentage im Engadin zukommen ließ, ha e ich meiner Freude Ausdruck verliehen, mit ihnen im „Festsaal der Alpen“ unterwegs zu sein. 

Nun nehme ich mal an, dass Walter Flaig mit dem Festsaal die grandiosen Berge um Piz Palü, Bellavista, Piz Bernina, Piz Roseg, Piz Morteratsch usw. gemeint hat. Dann aber waren wir mit unseren Touren nicht im Festsaal, sondern sozusagen im Vorzimmer des Festsaals unterwegs. 
Schon bei der Anfahrt nach St. Moritz wurden wir ausgebremst, denn der Julierpass war wegen der starken Neuschneefälle während der Nacht auf Sonntag kurzzeitig gesperrt. Da wir aber nicht untätig im DAV-Bus auf die Öffnung des Passes warten wollten, führte unsere kurzfristig geänderte Skitour von Bivio auf den Crap da Radons. Von der Abfahrt im knie efen Pulverschnee waren natürlich alle begeistert und schürten die Erwartung, dass es auch in den folgenden Tagen so sein könnte. 
Auch wenn das Lawinenbulletin von der Stufe 4 am folgenden Tag auf 3 zurückgestuft wurde, war dennoch große Vorsicht in der Auswahl der Tourenziele angeraten. Unsere Auswahl fiel deshalb von Sils Maria auf den Muot’Ota , ein langgezogener Rücken mit einer tollen Aussicht auf den Piz Corvatsch und den Piz de la Margna sowie im Norden auf den Piz Lagrev, den Piz Grevasalvas, den Piz Lunghin und den Piz d’Emmat Dadaint. Nach ausgiebiger Gipfelrundschau und Rast freuten wir uns wieder auf die Abfahrt im Pulverschnee, die uns unerwartet viel skifahrerisches Können in einem steilen Lärchenwald abverlangte. Auf einer gut gespurten Langlaufloipe erreichen wir wieder Sils Maria. 
Die Tour zum Piz Arpiglia war im Skitourenführer als leichte und auch für Anfänger geeignete Tour angepriesen und was für uns entscheidend war: die Lawinengefährdung war gering. Der Aufs eg über einen langen Forstweg zur Alp Arpiglia konnte man durchweg als medidativ bezeichnen. Bei der Rast schweiften meine Blicke ins umliegende Gelände und meine Gedanken waren schon bei der Abfahrt durch unberührten Pulverschnee – so jedenfalls war meine Hoffnung. Doch zuerst verlief der weitere Anstieg zuerst recht moderat um später den etwas steileren Nordwestgrat zum Gipfel in mehreren Spitzkehren zu erklimmen. Kalter Wind verhinderte eine ausgiebige Gipfelrast und nach Rücksprache mit Hannes verkündete ich, dass wir nicht auf dem Anstiegsweg abfahren, sondern eben dort, wo meine Blicke bei der Rast hängen geblieben waren. 
Die Abfahrt war – wie man unschwer an den Fotos erkennen kann – ein Traum ! Selten habe ich diesen Winter solche Bedingungen erlebt und war – wie man sich vorstellen kann – sehr zufrieden und glücklich. Und wenn ich in die Gesichter meiner Teilnehmer schaute, dann ahnte ich, dass es nicht nur mir so erging. Ja, das sind Momente, die man nicht vergisst. 
Am letzten Tag war der Piz d’Emmat Dadaint unser Ziel. Vom Ospizio la Veduta führt der Ans eg zunächst harmlos bis kurz vor die Fuorcla Grevasalvas, um dann über die steile Ostflanke dem Gipfelaufbau zuzustreben. Glücklicherweise war schon gespurt und somit war die Anstrengung deutlich geringer als befürchtet. Vom Skidepot erreichten wir nach wenigen Minuten Ans eg am felsigen Südgrat den Gipfel mit einer prächtigen Rundschau zu den Granitriesen des Bergells Piz Badile und Piz Cengalo im Süden, zum Skigebiet Corvatsch im Osten, zu unserem Gipfelziel Muot’Ota am zweiten Tag und im Norden das Skitourenparadies rund um die Jenatschhütte. Und auch am vierten Tag konnten wir die Abfahrt im – zwar nicht mehr ganz so fluffigem – Pulverschnee genießen. 
Dank an die tolle Gruppe und Dank dem We ergo für das sonnige We er und die tollen Bedingungen. 


geschrieben von 
Hubert Weber