Auf der Homepage steht:
„Grasrücken, Geröllhalden, Bergseen, kleine Firnfelder, Blumenwiesen, Felsgrate, Lärchenwälder, kettengesicherte Passagen… Zweifellos ein alpenweit einzigartiges Trekking, die Via Alta Vallemaggia.“
Diese Beschreibung trifft nach unseren Etappen und eigenen Erfahrungen genau zu. Dazu kommen noch wunderschöne, einsame Wege im typischen Tessiner Granit mit kleinen gemütlichen Capannas als Unterkünfte und immer wieder grandiose Ausblicke auf die 4000er des Wallis, des Berner Oberlandes und der Berninagruppe. Und zu alledem hatten wir an allen fünf Tagen strahlendendes, sonniges und warmes Herbstwetter und eine nette Gruppe. Was will man mehr!
Wir starteten in Someo mit einer wunderschönen aber endlosen „Treppenwanderung“ über unzählige Granitstufen, insgesamt 1400 Hm, vorbei an schönen Alpen zur bewarteten, kleinen aber feinen Capanna Alsasca. Dort erwarteten uns Claudia und Giovanna, zwei Schwestern, die als Freiwillige der Sektion Locarno den Hüttendienst in einer sehr freundlichen Atmosphäre gestalteten. Dort blieben wir zwei Nächte und wurden bestens versorgt.
Am zweiten Tag wartete gleich der alpine Höhepunkt auf uns. Wir wanderten am wunderschönen Lago Alsasca vorbei und überschritten den luftigen und langen Grat zum Pizzo Cramalina (T4+) , bevor wir uns wieder auf dem Normalweg zur Capanna Alsasca machten, wo wir einen gemütlichen Abend verbrachten.
Die nächste Etappe führte uns wieder über einen Grat zur Capanna Ribia, einer reinen Selbstversorgerhütte. Dort angekommen, zauberte uns Lajos eine besondere Gaumenfreude: Es gab selbstgemachtes und selbstgeschleppetes Tiramisu, welches wunderbar geschmeckt hat.
Leider hat der Abzug des Ofen nicht richtig funktioniert, so dass wir am anderen Morgen auch als geräucherte Landjäger durchgekommen wären. Aber den Abend haben wir mit selbstgekochtem, leckeren Risotto, Wein und Spiel mit drei anderen Gästen sehr lustig verbracht.
Am folgenden Tag überschritten wir den Rosso di Ribia auf einem alpinen Steig, über viele Blockfelder, vorbei an mehreren malerischen Bergseen und herbstlichen Lärchenwäldern, bevor wir ziemlich erschöpft in dem Bergsteigerdorf Cimalmotto zum Rifugio Reggia kamen wo wir vom Hüttenwirt Fausto bestens versorgt wurden und einen schönen Abend als einzige Gäste hatten.
Am letzten Tag ging es dann auf dem Höhenweg nach Bosco Gurin, einem historischen und malerischen Walserdorf, wo uns der Postbus wieder zurück ins Tal brachte.
Wir waren uns alle einig: Solche Bergtage sind zweifellos einzigartig und ganz besonders!
Rainer Willibald