Durch die Rheinschlucht | © Hubert Beck

Die Katastrophe von Flims

01.05.2026

Glücklicherweise ist dies schon lange her: Vor ungefähr 10.000 Jahren verschüttete ein riesiger Bergsturz bei Flims das Flussbett des Vorderrheins.

Die Gesteinsmassen türmten sich bis zu 400 Metern Höhe auf und versperrten den Abfluss des Rheins. Als Folge davon bildete sich ein aufgestauter See von Ilanz bis zum 35 km enPernten Disentis – in der Größe vergleichbar mit dem heutigen Zürichsee. Irgendwo aber musste sich das Wasser wieder einen Weg suchen, und so fraß sich der Rhein im Laufe der Jahrtausende sein Bett durch diese Geröll- und Gesteinsmassen. Dabei bildete sich die Rheinschlucht – oder Ruinaulta, wie sie in der rätoromanischen Sprache genannt wird – mit bis zu 300 m hohen Wänden aus festgebackenem Gestein, die allerdings der Erosion preisgegeben sind. Immer wieder konnten wir in diesen Gesteinswänden ausgespülte Höhlen entdecken, eigenartige Türme, in denen tonnenschwere Gesteinsbrocken (noch !) eingeschlossen sind und nur darauf warten, beim nächsten Gewitterregen oder Frost sich zu lösen und herunter zu donnern. 

Durch diese Schlucht führte unsere Wanderung und es ist höchst erstaunlich, dass zwar keine Straße, wohl aber die Rhätische Bahn und eben nur einWanderweg sich durch diese Schlucht zwängen.
Begonnen hatte die „Wanderung“ zunächst mit einer Zugfahrt der Rhätischen Bahn von der Station Reichenau bis zur Station Versam. Von hier aus führt der Wanderweg durch gewaltige Schluchtwände bis zur Station Valendas und weiter durch schöne Auwälder bis nach Ilanz.

Im Jahr 2008 wurde die „Tektonikarena Sardona“ bei Flims von der UNESCO in das Verzeichnis des Weltnaturerbes aufgenommen. Die Rheinschlucht befindet sich am Rande dieses Schutzgebietes. Die Fotos von Christoph Morlock und Hubert Beck vermitteln sehr schön einen Eindruck dieser großartigen Landschaft. Wer die Wirkung noch verstärken will, sollte dieser Schlucht selbst einen Besuch abstatten.
Bericht von Hubert Weber