Berliner Höhenweg Teil II | © Marcus Gutfrucht

Berliner Höhenweg Teil II

22.08.2026

Nachdem wir letztes Jahr schon den nördlichen Teil des Berliner Höhenweges erwandert hatten, stand nun der südliche Teil bevor. 

Los gings am Breitlahner mit dem Aufstieg zur imposanten Berliner Hütte. Im Aufstieg kamen uns Teilnehmer des Steinbockmarsches entgegen, der über 30 km von Ginzling zum Breitlahner verläuft und über einen Teil der Etappe des folgenden Tages verlief. Was das für die TeilnehmerInnen bedeutete, konnten wir eindrucksvoll am nächsten Tag sehen.

Die Berliner Hütte beeindruckt durch ihre Architektur, die für eine Alpenvereinssektion etwas übertrieben erscheint. Aber in Berlin hat man wohl schon immer etwas größer gedacht und ist es dann schon mal interessant, sich dieses Bauwerk näher anzuschauen.

Der nächste Tag führte uns entlang der Route des Steinbocklaufs in die Mörchenscharte und über 1000 m Abstieg ins Floitental, der am Vortag beim Steinbockmarsch im Aufstieg zu bewältigen war. Anfang August hatte ein Starkregenereignis die Brücke über die Floite weggespült, die aber bereits wenige Tage später durch einen Hubschrauber ins Tal geflogen wurde und die alte Brücke ersetzte. Die Hütten am Berliner Höhenweg machen den Hauptumsatz mit den Wanderern auf dem Höhenweg und so ist eine schnelle Instandsetzung von Vorteil. Ein kurzer, knackiger Aufstieg zur Greizer Hütte brachte uns dann zum Nachmittagskaffee auf der sonnigen Hüttenterasse mit dem herrlichen Blick auf die schon recht kleinen Gletscher.

Weiter ging es am nächsten Tag zur Kasseler Hütte, wobei auch hier das Starkregenereignis den Weg in Mitleidenschaft gezogen hatte und in einem Graben den Weg weggespült hatte. Auch hier hat man schnell eine „Lösung“ gefunden und ein altes Bergseil durch die steile Wand des Grabens gelegt, an dem  man sich ablassen oder hochziehen konnte. Alternativ konnte man den Graben auch etwa 80 Hm tiefer entspannt queren um dann wieder 80 Hm zum Weg aufzusteigen. Bei gutem Wetter kein großes Problem, bei Regen aber sicherlich eine Herausforderung.

Die Kasseler Hütte war ebenfalls gut besucht und mit dem Klavier und den Gitarren kam es dann am Abend zu einem spontanen Mitsingkonzert, wobei 3 Holländerinnen (1 x Klavier und 2 x Gesang) und mehrere Gitarristen den Ton vorgaben. Spät trudelten noch weitere Wanderer ein, die sich auf der Etappe von der Ahornbahn zur Kasseler Hütte wohl etwas mit dem Timing geirrt hatten. Es ist nicht nur die längste Etappe, sie ist auch nicht schnell zu begehen, weil ein großer Teil der Strecke durch verblocktes Gelände führt.

Der nächtliche Sturm kündigte die darauf folgende Störung eindrucksvoll an und so entschieden wir uns, auch wegen eines Gewitters, den Abstieg anzutreten und konnten so ohne übermäßigen Regen unser Ziel, die Grüne Wand Hütte, erreichen, von wo aus wir mit dem Pendelbus nach Mayrhofen zurückfuhren.

Marcus Gutfrucht