Das Fürstentum Lippe war bis 1947 ein selbständiger Freistaat, ehe es in das 1946 gegründete Nordrhein-Westfalen eingegliedert wurde und neben Westfalen und dem Rheinland der dritte und weitaus kleinste Landesteil wurde. Und mochte dieser dritte Landesteil noch so winzig sein, so fand er mit der Lippischen Rose dennoch seinen Niederschlag im Landeswappen Nordrhein-Westfalens.
Und uns ist die Lippische Rose, gleichsam Wappen, Stolz und Wahrzeichen in einem, an unzähligen Gebäuden, Grenzsteinen und Denkmälern begegnet. Und wenn vom Lipper Land gesprochen wird, dann geht es selbstverständlich auch um das administrative und kulturelle Zentrum Detmold. Detmold, rund 75.000 Einwohner, hatte das Glück, als Mittelstadt zusammen mit Heidelberg und Görlitz den Zweiten Weltkrieg völlig unbeschadet zu überstehen und entsprechend einzigartig sind das historische Stadtzentrum und die Außenbezirke mit ihren prächtigen Bürgerhäusern aus der Gründerzeit. Noch am Anreisetag startete unsere Stadtführung, bei dem uns in einem zweistündigen Rundgang die Bauhistorie der Fürstenresidenz Detmold erklärt wurde. Nach diesem ersten positiven Eindruck ging es alsdann in die Jugendherberge zum Abendessen und anschließendem gemütlichem Zusammensein.
Der folgende Tag, der Freitag, brachte deutlich besseres Wetter als ursprünglich zu befürchten war, und so konnte das Besuchsprogramm planmäßig mit einer Wanderung zum Naturschutzgebiet Donoper Teich fortgesetzt werden. Und vom Donoper Teich ging es weiter „zum Hermann“.
Den Detmoldern ist die im 19. Jahrhundert errichtete Kolossalstatue so lieb, vertraut und fast schon familiär, dass man allgemein nur vom „Hermann“ spricht, wenn man eben diese Statue meint, die an die Schlacht im Teutoburger Wald, 9 n. Chr., erinnert. Wohlgemerkt, mit einer Gesamthöhe von rund 53 Metern ist das Hermannsdenkmal die höchste Statue Deutschlands und bis zur Erbauung der Freiheitsstatue 1886 war „der Hermann“ die höchste Statue der Welt! Der Umlaufbereich auf dem Sandsteinsockel des Denkmals kann gegen Eintrittsgeld bestiegen werden und bietet einen phänomenalen Blick weit in das norddeutsche Tiefland hinein. In Hermanns unmittelbarer Nachbarschaft gab es im Info-Zentrum interessante Details zum historischen Hintergrund und der Baugeschichte.
Den Tag liesen wir bei einem Abendmenü in der dunklen und eben urigen Brauerei-Gaststätte Strate ausklingen.
Für Samstag hatte Hubert einen Besuch im Freilichtmuseum Detmold organisiert, wo uns eine Zeitreise in die Vergangenheit erwartete. Darüber hinaus konnten wir bei zahllosen Handwerksvorführungen dem Schmied, dem Bäcker, dem Müller, der Weberin oder der Töpferin über die Schulter schauen. Für den Nachmittag stand die Fahrt nach Berlebeck zur dortigen Adlerwarte auf dem Programm. Bei einer Flugvorführung bestaunten wir die mächtigen, imposanten Adler, wie sie majestätisch am Himmel kreisten und zielgenau auf des Falkners Arm ansetzten.
Der Abend war reserviert für ein geselliges Miteinander, bei alten Geschichten a la „woisch no“, viel Gelächter und so manchem guten Tropfen.
Am Sonntag war dann schon wieder Heimreise, doch zuvor hatten wir am Vormittag noch etwas Zeit für einen Besuch der berühmten Extern-Steine. Die bis zu 40 Meter hohen, schroff aufragenden Sandsteinfelsen beeindrucken durch ihre geologische Entstehung, mittelalterliche Felsreliefs sowie ihre historische und mythologische Bedeutung als mutmaßlicher Kultort.
Jetzt wissen Francoise, Daniel, Hubert, Ingrid, Gabi, Günther, Hamdi, Anja, Iris u. Dieter Bescheid wenn das Thema „Lipper Land“ aufkommt!
Dieter Henninger