Hochtouren auf 2 Gipfel der Mischabelgruppe

8 Hochtourengeher trafen sich bei Regen in Wangen und fuhren in der Hoffnung auf Besserung ins Wallis, wo uns aber ebenfalls regnerisches Wetter erwartete. Der über 4stündige Aufstieg zur Bordierhütte wurde so zu einer recht feuchten Angelegenheit.

Die sehr gut geführte Hütte entlohnte uns aber mit Wärme und einem sehr guten, reichhaltigen Essen. Die folgenden Nächte waren jeweils sehr kurz, da bereits um 2.40Uhr der Wecker klingelte und um 3Uhr Frühstück war. Das Wetter war phantastisch mit allerdings teils starkem Wind. In den Vortagen hatte es etwa 40 cm geschneit, was die Touren wegen vereister Felsen und zugeschneiter Grate deutlich schwerer machte. Gleich am ersten Tag hatten die beiden Tourenführer Jörg und Michael Maurus den höchsten von der Hütte erreichbaren Gipfel, das Nadelhorn (4327m) aufs Programm gesetzt. Der sehr steile Anstieg zum Windjoch sowie der schmale Gipfelgrat und die vereisten Gipfelfelsen stellten sich als recht anspruchsvoll heraus. Am sehr kleinen Gipfel wurden wir durch eine phantastische Sicht auf die Hochgipfel des Wallis, Berner Oberland, Montblancgebiet, Gran Paradiso und Zentralschweiz für die Anstrengungen und den ertragenen kalten Wind belohnt. Für einige Teilnehmer war dieser stolze Gipfel der erste 4000er. Zurück ging es dann über das Windjoch und einen wunderschönen Firngrat auf das Ulrichshorn (3925m), das wir überschritten, und den riesigen Riedgletscher mit seinem großen Gletscherbruch. Kurz nach Mittag waren wir wieder an der Hütte, wo wir den Nachmittag bei herrlichem Sonnenschein, phantastischer Aussicht und kühlen Getränken genießen konnten.

Nach wiederum kurzer Nach ging es dann zum Balfrin (3795m), den wir vom Riedgletscher über den Ostgrat bestiegen. Am Gipfel wurden wir wiederum mit phantastischer Aussicht und unvergesslichen Eindrücken weit über der in den Tälern wie Watte stehenden Wolkendecke belohnt. Der Übergang zum Großen Biegerhorn (3626m) überraschte aufgrund des Schnees ebenso wie der teils vereiste Balfrinostgrat durch einige rassige, anspruchsvolle Passagen, die jedoch mit Anleitung und Sicherung der Tourenführer problemlos gelangen. Der Abstieg zur Hütte und anschließend ins Tal zeigte den Oberschenkeln und Knien den Unterschied zwischen einer Westalpenhochtour und Touren in unseren heimatlichen Bergen. Müde und etwas erschöpft erreichten wir am späten Abend Wangen. Für die Teilnehmer waren diese Touren ein Highlight mit bleibenden Erinnerungen in einer grandiosen Hochgebirgslandschaft.