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Hüttensuche im dichten Nebel

Die geplante Skihochtour auf den Gemsfairenstock und den Clariden hatte es in sich. Die Lokalprognosen für die Claridenhütte lauteten für beide Tage ziemlich sonnig. Das war es am Samstag auch, aber nur von 8 bis 10 Uhr laut Hüttenwart der Claridenhütte.

Nach der Auffahrt mit der kleinen Seilbahn zum Fisetenpass starteten wir Richtung Gemsfairenstock bei noch gerade passabler Sicht. Dies änderte sich jedoch zusehends, so dass wir bald nur noch die bereits angelegte Skispur als Orientierungshilfe hatten. Das ist wie ein Stohhalm im Nichts. Hätte es angefangen zu schneien, hätte ich sofort umgedreht, trotz GPS-Unterstützung.

So erreichten wir nach 3-stündigem Aufstieg den Gipfel des Gemsfairenstocks, Sicht ca. 10-20 m, im Gipfelbereich Gott sei Dank felsig, damit war der Kontrast wenigstens besser.

Die Abfahrt westseitig zum Gemsfairenjoch erfolgte mit größter Vorsicht - wieder entlang von bereits vorhandenen Abfahrtsspuren. Die galt es nicht zu verlieren, denn zu weit links stürzen die Felsabbrüche zum Claridenfirn ab.

Aufatmen! - das Joch war erreicht, der Abgleich mit dem Höhenmesser stimmte.

Die Abfahrt vom Joch zum Claridenfirn und weiter hätte genussvoll sein könnten - hätten wir mehr gesehen. So kurvten wir im Plugbogen den vorhandenen Spuren nach, immer auch zwischendurch ein Blick auf das GPS-Gerät werfend. Doch plötzlich stimmte meine gefühlte Richtung nicht mehr. Ich hatte die Abfahrtsspuren zur Claridenhütte verloren und war der Spur Richtung Clariden gefolgt. Dank Höhenmesser und GPS bemerkten wir das aber gerade noch rechtzeitig, sonst hätten wir eventuell wieder ein Stück aufsteigen müssen. Wir bewegten uns in dichtestem Nebel und ohne GPS (oder Kompass) hätten wir kaum den richtigen Weg gefunden. Welche Erleichterung, als wir wieder auf Abfahrtsspuren stießen. So erreichten wir - immer wieder die Richtung kontrollierend - endlich erleichtert die Claridenhütte. Jetzt erst konnte ich die innere Anspannung lockern. Die freundlichen Hüttenwirtsleute Rainer und Angie versorgten uns mit einem guten Abendessen und wir konnten neue Kräfte tanken.

Über Nacht klarte es teilweise auf und nun konnten wir sehen, woher wir gekommen waren. Wir konnten erkennen, dass die Spuren zur Hütte teilweise nur 5-10 Meter an Abbrüchen entlang führte. Das gab mir sehr zu Denken. Denn hätten wir nicht die bereits - wohl bei guter Sicht- gemachten Spuren als Orientierungshilfe gehabt, es hätte böse enden können, denn allein das GPS-Gerät kann mich vor dieser Gefahr nicht genügend warnen! Ein deutliches Signal, das es zu beachten gilt!

Der Aufstieg Richtung Clariden war nun wie ein Kinderspiel, denn aus "Blinden" waren nun "Sehende" geworden. Leider war die Wolkenuntergrenze bei etwas 3000 m sehr ausgeprägt und der Gipfel des Clariden folglich nicht zu sehen. Weil ich befürchtete, dass dies so bleiben könnte oder sich gar wieder noch mehr zumacht, entschlossen wir uns, über das Tüfelsjoch beim Bocktschingel die Superabfahrt über ca. 1500 Höhenmeter zum Urnerboden zu probieren. Der zum Schluss ca. 50 Grad steile Aufstieg zum Joch erforderte anstrengende Spurarbeit mit Stufentritten. Auf dem Joch erwartete uns dann noch eine Kletterei mit Skiern am Rucksack über mehrere Felsköpfe bis wir zu der Abstiegsstelle mit Kette und Fixseil versehen, kamen.  Mit entsprechender Sicherungstechnik konnten wir auch diese etwa 100 m in die Tiefe führende Hürde überwinden. Das Wetter war nun deutlich sonniger geworden und die Sicht zum Clariden war frei. Schade, könnte man sagen, doch diese Tour war für Florian und Jutta - und auch für mich- ein gleichwertiger Ersatz. Im Sonnenschein legten wir nun auf dem Bocktschingelfirn zuerst mal eine Pause ein, bevor wir uns der herrlichen Abfahrt hingaben. Leider war die Neuschneeauflage zu gering, je weiter wir abfuhren, so dass der Abfahrtsgenuss, den wir uns versprochen hatten, sich dann doch etwas in Grenzen hielt. Für den Weiterweg hatten wir  eine Abfahrtsvariante gewählt, die laut Skitourenführer direkt zum Urnerboden führen sollte. Tut sie auch - nur mit einer Überraschung: Etwa 30 Höhenmeter vor dem Fätschbach stehen wir vor Felsabbrüchen! Ein Zurück in dem schweren Schnee gibt es nicht mehr!

Also nochmals Anseilgurt anlegen und an ein paar Tannenbäumchen abseilen bzw. ablassen. Wenigsten bereitet uns das Überqueren des Fätschbaches keine Schwierigkeiten mehr. Endlich geschafft!