+++ Der Buchungsstart verschiebt sich auf den 9. Dezember 2022 18:00 Uhr !

+++ +++

Zum guten Schluss noch Pulverschnee!

 

Die Sonne lachte, als am Fasnetssonntag eine 10-köpfige Skitourengruppe unter Leitung von Hubert Weber nach Südtirol aufbrach, um im Martelltal verlockende Skitourenziele anzugehen.

 

Auf der Anfahrt bogen wir am Reschenpass rechts ab ins Rojental, um von dort aus  auf den Äußeren Nockenkopf zu steigen. Auf halber Höhe entschlossen wir uns dann jedoch, nicht die bereits stark verfahrenen Südwesthänge als Ziel beizubehalten. Vielmehr lockten uns mehrere noch unverfahrene Osthänge des benachbarten Gipfelkammes der Seablöcher.  Von hier aus hatten wir dann auch eine prächtige Rundsicht auf das Skigebiet von Rojen mit Elfer und Zwölfer und die gesamte Gipfelrunde des Rojentals. Weiter schweifte der Blick von den Ötztaler Alpen über den König Ortler bis zur Silvretta nördlich des Unterengadins. Die Abfahrt durch in weiten Teilen unverspurten Hängen bereitete uns trotz z.T. wechselnder Schneebeschaffenheit großes Vergnügen. Ein gelungener Auftakt am ersten Tag.

Der Rosenmontag begann mit strahlend blauem Himmel. Nach einer sehr kalten Nacht starteten wir von unserer Unterkunft in Martell mit dem Bus zum Talende beim Gasthof „Enzian“ auf 2053 m. Die Butzenspitze mit 3300 m war unser Ziel. Bei sonnigem aber kaltem Wetter erfolgte der Anstieg über die Südwestrampe. Der Schlussanstieg zu Fuß über den Westgrat bei zunehmend stürmischem und sehr kaltem Wind gab der Tour dann doch eine sehr alpine Note. Auch die Bewölkung wurde immer dichter, so dass es mit der Aussicht nicht mehr weit her war. Bei diesen Bedingungen fiel die Gipfelrast kurz aus und die Abfahrt war Gott sei Dank nicht durch schlechte Sicht beeinträchtigt.

Am Dienstag ging’s dann Richtung Orgelspitze, mit 3305 m ebenfalls ein anspruchsvolles Ziel. Von Stallwies aus führte die Tour zunächst durch ein Waldstück anschließend über teils steilere Hänge der Hinteren Würmengrube zum Steinmanngasseloch, einer Scharte auf knapp 3000 m Höhe. Nach der Vesperpause spurten wir durch den ziemlich steilen Gipfelhang hoch. Da der Lawinenlagebericht mit Stufe 3 vor heimtückischen Triebschneeansammlungen warnte, war große Vorsicht geboten. Etwa 50 m trennten uns noch vom Gipfel, dazwischen lag ein sehr steiler Hang. Ein Ersteigungsversuch zu Fuß ließ mich bei hüfttiefem Einsinken nicht mehr vorwärts kommen, zudem offenbarte sich die Schwachschicht der Schneedecke in meinem Gewühle. Also hieß es verzichten auf den Gipfel, was für alle Teilnehmer auch einsichtig war.

Die lange Abfahrt entlohnte uns aber doch für die Anstrengungen und die anschließende Einkehr beim Stallwies-Wirt war wohl verdient.

Leider hatte der Wetterbericht für Aschermittwoch keine guten Aussichten parat. Unsere Tourenplanung stellten wir darauf ab und wählten  die 3061 m hohe Kalfanwand als Ziel.

 

Entgegen der Wetteraussichten war es vormittags sogar noch sonnig. Jedenfalls genossen wir die erste Rast bei der Stieralm noch bei wärmenden Sonnenstrahlen. Erst gegen Nachmittag zog sich der Himmel immer mehr zu, so dass die Aussicht vom Gipfel dann doch etwas eingeschränkt war. Trotzdem freuten wir uns, dass wir trotz der schlechten Wettervorhersage diesen Gipfel erreicht hatten. Der Abfahrtsgenuss hielt sich bei den vorherrschenden Schneeverhältnissen allerdings in Grenzen.

In unserer Unterkunft angekommen, wärmten wir uns am geheizten Kachelofen und genossen  den Nachmittagskaffee.

In der Nacht zum Donnerstag gab es leichten Schneefall. Am frühen Morgen war der Himmel immer noch komplett bedeckt. Da für die zweite Tageshälfte Auflockerungen angesagt waren, riskierten wir den Aufstieg zur 3330 m hohen Köllkuppe.  Beim Start an der Enzianhütte war der Himmel  immer noch ganz bedeckt. Nur zögerlich gab es vereinzelt blaue Flecken. Die aber wurden immer mehr. Was war das für eine Freude, als bei der Marteller Hütte die Sonne vom strahlend blauen Himmel lachte. Nur noch wenige Wolkenfetzen zogen um die Königspitze und den Ortler. In 3000 m Höhe erreichten wir den Hohenferner mit einem grandiosen Ausblick zu den Veneziaspitzen und der Köllkuppe.

Nach kurzer Rast folgte der Schlussanstieg zunächst über den mäßig geneigten Gletscher, später steiler werdend zum Gipfel der Köllkuppe , auch Cima Marmotta genannt. Hier oben bot sich uns eine fantastische Gipfelrundschau : Monte Cevedale, Zufallspitzen, Königspitze, Monte Zebru, Ortler, Vertainspitze, Tschengelser Hochwand, Ötztaler Alpen, unsere bereits erstiegenen Gipfel des Martelltals, Dolomiten mit der markanten Palagruppe, fast zum Greifen nahe die Felsbastionen der Brentagruppe, Presanella und Adamelloberge – es war einfach unbeschreiblich schön. Ein tiefes Glückgefühl erfüllte uns.

Jeder von uns kennt doch solche Momente- zuerst die bange Frage und die Unsicherheit: Wird das Wetter aufmachen, werden wir es schaffen ? Und dann passt plötzlich alles – ein großes Geschenk!

Über die Abfahrt brauche ich nicht viel zu erzählen. Schau dir die Fotos an, dann kommst du vielleicht auch noch ins Schwärmen.