Hochtourenklassiker Berliner Hütte


Ein paar sonnige Tage hatte der Wetterbericht in Aussicht gestellt und so machte sich eine 7-köpfige Gruppe der DAV-Sektion Wangen am Sonntag, 8. August auf den Weg zur Berliner Hütte in den Zillertaler Alpen. Der 3-stündige Aufstieg zur Hütte durch den Zemmgrund war landschaftlich sehr beeindruckend und aufgrund unserer schweren Rucksäcke etwas mühsam. Doch auf der Hüttenterrasse waren die Mühen bei Apfelstrudel und Cappucino schnell vergessen und der Blick zum Waxeggkees und Hornkees mit den Anstiegen zum Großen Möseler und der Berliner Spitze erregte unsere Aufmerksamkeit, standen diese Gipfelziele doch auf unserem Programm.
Am Montag früh machten wir uns auf den Weg zum Schwarzenstein, den wir problemlos um die Mittagszeit erreichten. Nach ausgiebiger Gipfelrast schloss sich beim Abstieg am Nordwestgrat an geeigneter Stelle noch eine Spaltenbergungsübung an. Jeder Teilnehmer musste unter Leitung von Hubert Weber und Rainer Willibald das Verhalten bei einem Spaltensturz mehrmals üben. Dabei zeigte es sich, dass die Bergung mittels Loser Rolle anstrengender sein kann, als es in Lehrbüchern manchmal den Anschein erweckt, ganz einfach zu sein.
Am Dienstag lockte uns der Große Möseler. Um 5.45 Uhr starteten wir, um auf dem Waxeggkees durchgefrorenen Schnee zu erwischen. Doch in der Nacht war es bewölkt und deshalb nicht kalt genug. So war der Aufstieg durch den spaltenreichen Gletscher recht mühsam. Nach 5 Stunden erreichten wir die östliche Möselerscharte 3240 m. Die Pause war verdient. Leider zogen dicke Wolken aus dem Ahrntal empor und auch der Wetterbericht hatte für Nachmittag Gewitter angekündigt. Der Weiterweg auf den Gipfel und zurück hätte weitere
2-3 Stunden beansprucht. Das Risiko in eine Gewitter zu geraten war uns dann zu groß und wir entschlossen uns deshalb zum Abstieg.
Da für Mittwoch schon am Vormittag Schauer angekündigt waren, verzichteten wir auf die Tour zur Berliner Spitze und legten statt dessen nochmals eine Übung zur Spaltenbergung ein. Dieses Mal hieß es Selbstrettung aus der Spalte. An der Firstpfette der Hütte konnten wir ein Seil umlenken und die Übung dann durchführen. Auch hier wurde wieder klar, dass so eine Übung öfters wiederholt werden muss, damit die einzelnen Handgriffe auch sicher sitzen.

Nach den ersten Regentropfen beendeten wir diese Übung und machten uns mit neuen Eindrücken und Erfahrungen auf den Abstieg und Heimfahrt.