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DAV-Wangen macht daVdiealpineVorbereitung für Hochtouren

Bergsportbegeisterte kennen den Reiz, aufzusteigen, unbekannte Gipfel zu erklimmen und den Blick von weit oben schweifen zu lassen. Doch was tun, wenn Gletscher diesen Weg durchziehen? Welche Ausrüstung wird dann benötigt? Was gilt es zu beachten, um bei Hochtouren möglichst sicher unterwegs zu sein?

Antworten auf diese Fragen und noch vielmehr Wissenswertes gab es beim Hochtourenkurs des DAV Wangen, geführt von Hubert Weber und Marcus Gutfrucht im Kaunertal. Vom Gepatschhaus wanderten zehn neugierige und motivierte DAV’ler  Richtung Gepatschferner,durch eine von Schnee und Eis geformte beeindruckende Landschaft. Über jahrhundertelang abgeschliffene Felsen ragten zu beiden Seiten des Weges empor und der Gletscherbach führte graues, mit Sediment durchsetztes Wasser. Die Geröllfelder mehrten sich in dem enger werdenden Tal, bis der Gletscher zum Greifen nahe war. Erste Gehversuche auf dem aperen Eis waren eine wackelige Angelegenheit. Um vieles sicherer waren dann die ersten Schritte mit Steigeisen. Sobald sich das Gefühl eingestellt hatte, mit diesen Zackenschuhen griffig bergauf wie bergab gehen zu können, standen weitere Aufgaben an: Einbinden einer Prusik am Fixseil, Auf- und Absteigen am Fixseil sowie dem Standplatzbau verbunden mit dem richtigen Setzen von Eisschrauben. In zwei Gruppen konnte jeder üben, bis das Verankern nicht nur im Eis, sondern auch im Gedächtnis stattgefunden hatte. Irgendwann führte Hunger, Durst und etwas Müdigkeit die Gruppe zu den Rucksäcken im eisfreien Gelände zurück und mit vielen neuen Erkenntnissen und Erfahrungen wanderte die Gruppe dann den schmalen Pfad zurück. Wer jedoch auf einen späten Kaffee im Gepatschhaus hoffte, freute sich zu früh, denn am letzten Schneefeld am Weg lautete die Aufgabe „Spalte schlagen, Pickel vergraben, Anker setzen!“ Zur Zufriedenheit von Hubert und Marcus – und natürlich auch der Teilnehmer und Teilnehmerinnen - hielten alle Ankerplätze der Zugkraft von drei starken Männern stand.

Gerade rechtzeitig zum Abendessen traf die Gruppe am Gepatschhaus ein. Eine voll besetzte Hütte, ein reges Treiben sowie ein hoher Lärmpegel ließen alt bekannte und neue wirre Gefühle aufkommen. Als es langsam ruhiger wurde, verabschiedete sich einer nach dem anderen mit einem „Gute Nacht“ und kroch müde und zufrieden in seinen Schlafsack.

Am nächsten Morgen war die Wetterprognose zu unsicher, sodass die Gletschertour zur Rauekopfhütte umgewandelt wurde in Übungen im hochgelegenen Skigebiet. Über viele Serpentinen schraubten sich die beiden Fahrzeugen über die Gletscherstrasse nach oben. Dort erwartete die Gruppe ein riesiger, leerer Parkplatz, Schneefelder und Geröll in kontrastreichem Wechsel und eine langsam dahin gleitende Gondelbahn. Die Teerflächen entpuppten sich als ideales Übungsgelände für das Einrichten von Seilabständen in einer Gletscherseilschaft.   Zu dritt, zu viert, zu fünft, mit Restseil und ohne tanzten die Teilnehmer auf dem Parkplatz herum, bis Klarheit bestand, wie das Finden der richtigen Abstände und das Einbinden funktionierte.  Ohne Schlappseil und den Pickel bergseitig haltend ging es ans konkrete Üben auf Schnee und die Teilnehmer spürten, wieviel Aufmerksamkeit nötig ist, als Team effizient und sicher unterwegs zu sein. Da waren die Bremsversuche am Firnhang eine willkommene Abwechslung. Nebeneinander und hintereinander rutschten alle rücklings und bäuchlings den Schnee hinunter, um möglichst schnell in einer X-Stellung zum Halten zu kommen. Mit einem Lachen im Gesicht wurde der Schnee abgeklopft, um sich gleich ein paar Meter weiter der nächsten Aufgabe zu stellen, dem Hochsteigen an einer kleinen Eiswand in Frontalzackentechnik mit gleichzeitiger  Zuhilfenahme des Pickels. Einer nach dem anderen stieg hoch und das Zuschauen erinnerte an die Eiskletterer aus Bergmagazinen, wären da nicht die Risse und Löcher in der Hose, die mancher bei diesen Übungen davon trug. Als die letzten Teilnehmer mutig die Kante zurück geklettert waren und bereits dunkle Wolken über die Gipfel zogen, hatten Hubert und Marcus alle Übungen aus ihrem Ausbildungsprogramm abgearbeitet und einer gemütlichen Kaffee- und Kaiserschmarrenrunde auf dem Gepatschhaus stand nichts mehr im Wege.

Das Resumee aller Teilnehmer war durchweg positiv, das langsame Heranführen und das Hauptaugenmerk auf den vielen praktischen Übungen liegend, wurden mehrfach lobenswert genannt. Und alle waren sich einig, dass neben den bisherigen Bergerlebnissen auch das Hochtourengehen von nun an dazu gehört. Denn Bergsportbegeisterte kennen nun mal den Reiz aufzusteigen, unbekannte Gipfel zu erklimmen, den Blick von weit oben ……..

 

Danke an Hubert und Marcus, dass sie ihr Wochenende und ihre freie Zeit eingesetzt haben, um uns diese neuen Erfahrungen zu ermöglichen.

Viele Grüße von Christine und dem Rest der Truppe (Miriam, Sarah, Bettina, Luise, Kai, Martin, Matthias , Jonathan und Tommy)