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Spaltenbergungskurs 6./7. März 2020

Hochtouristen üben den Ernstfall

Ein Sturz in eine Gletscherspalte kann eine ernste Angelegenheit werden, je nachdem wie die Verhältnisse auf dem Gletscher sind bzw. wie gut sich die Beteiligten selbst helfen können. Was aber passiert, wenn der Seilschaftsführer selbst in die Spalte stürzt?  Wie können wir ihm helfen, bzw. wie kann er sich selbst helfen?

Dieser Thematik haben sich 8 Teilnehmer unserer Sektion in einem Spaltenbergungskurs angenommen, der schon am Freitagabend mit einem Trockentraining der Rettungstechniken – sozusagen im geschützten Bereich- in der Lothar-Weiss-Halle begann. Die Tourenführer Andreas Maurus und Hubert Weber zeigten den Teilnehmern, wie mittels Mannschaftszug oder Bergung mit der Losen Rolle der Gestürzte wieder aus der Spalte befreit werden kann.

Was aber, wenn die Teilnehmer keine Ahnung von Kameradenrettung haben oder den Gestürzten mangels Kraft oder mangelnder Ausrüstung nicht bergen können und auch kein Handyempfang zur organisierten Bergrettung besteht ?

Da bleibt nur zu hoffen, dass der in der Spalte Hängende selbst über das Know-how verfügt, wie er sich selbst aus dieser misslichen Lage befreien kann. Auch darum ging es in diesem Kurs und spätestens am Samstag wurde bei winterlichem Wetter allen Teilnehmern deutlich, wie schwierig es ist, unter einer überhängenden Wechte sich aus eigener Kraft hoch zu kämpfen. Wer aber die erlernte Technik Schritt für Schritt mit den dafür notwendigen Hilfsmitteln richtig anwenden konnte , dem war der Erfolg nach Aufbietung aller Kräfte und einer großen Portion Überlebenswillen sicher – er schaffte es, wieder an die Schneeoberfläche zu kommen.

Zu wünschen wäre aus Sicht der Tourenleiter, dass sich mehr Hochtoureninteressenten einer solchen Ausbildung unterziehen würden .  Es ist nämlich nicht damit getan, alle Verantwortung allein dem Tourenführer aufzubürden in der Meinung, der wird uns schon sicher über den Gletscher führen. Auch ein Tourenführer würde sich freuen, im Ernstfall von seinen Teilnehmern gerettet zu werden, wenn er z.B. aufgrund einer Verletzung sich selbst nicht mehr befreien kann.