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Dolomiten – auf bekannten Wegen fast alleine unterwegs

Vom Würzjoch zum Pordoijoch

Um es gleich vorweg zu nehmen: Es waren vier erlebnisreiche, dank des überwiegend schönen Wetters auch herrliche Tage, die wir in der vergangenen Woche erleben durften. Wir, das waren sieben Donnerstagsturner der SGN, die das Erlebnis Berg schon seit Jahren genießen und deshalb auch Mitglieder im DAV geworden sind.

Start war am Würzjoch und wir staunten nicht schlecht, als der Parkplatz dort oben schon rammelvoll war und dies nicht an einem Wochenende , sondern an einem normalen Dienstag. Auf Nachfrage bekamen wir die Auskunft, dass in Italien bereits die Sommerferien begonnen hätten. Nun denn – bis zum Peitlerjoch begegneten wir dann auch einigen Leuten, beim Aufstieg zum Peitlerkofel waren es schon weniger und auf dem Gipfel des Kleinen Peitlerkofels waren wir mit zwei Wegewarten, die mit Schaufel und Pickel den Wanderweg sanierten, schon allein. Die Rundsicht war – wie kann es auf so einem exponierten Ort und bei diesem Wetter anders sein – einfach umwerfend.  Sie reichte im Norden von der Riesenfernergruppe über die Zillertaler-,  Tuxer- und  Stubaier Alpen bis zur Ortlergruppe, im Süden die nahen Gipfel der Geisler- und Puezgruppe, weiter die Langkofelgruppe und der mächtige Gebirgsstock des Sellamassivs mit dem höchsten Punkt des Piz Boe, immerhin 3151 m hoch – unser Ziel am dritten Tag. Sattsehen konnten wir uns eh nicht, aber der Durst drängte uns zum Abstieg, um unser erstes Ziel, die Schlüterhütte, zu erreichen. Dort angekommen ließen wir uns denn auch gleich ein Radler oder Weizenbier auf der Hüttenterrasse munden. Nach einem wohlschmeckenden Abendessen konnten wir vor der Hütte  noch die Sonne bis zum Untergang genießen.

Am nächsten Morgen starteten wir gleich nach dem Frühstück zu unserer zweiten Etappe. Auf dem Dolomitenhöhenweg Nr. 2 führte uns der Weg zunächst zum Kreuzjoch, weiter nach anstrengendem Aufstieg über eine Schotterreise  auf die Roascharte und von dort nach kurzer Querung über einen versicherten Steig hinauf zur Nivesscharte. Der Piz Duleda war zu diesem Zeitpunkt leider noch in Wolken gehüllt, so dass wir auf die geplante Besteigung verzichteten. Bis dahin waren wir alleine unterwegs. Erst bei der Puezhütte legten wir dann eine Rast ein und trafen auf weitere Bergwanderer, die vom Grödner Joch herüber kamen. Auf dem Weg dorthin machten wir noch einen Abstecher auf den Sass Ciampac, genossen von hier abermals eine herrliche Rundsicht und einen atemberaubenden Ausblick auf den Anstieg des nächsten Tages, zwischen wilden Felstürmen in einer düsteren Schlucht hinauf zur Pisciaduhütte. Zunächst aber führte uns der Weg über das Crespeina- und Cirjoch hinunter zum Grödner Joch, wo wir Heerscharen von Radlern, Motorrad- und Autofahrern begegneten. Da sich der Tag zu Ende neigte, lichteten sich diese Ansammlungen ziemlich schnell und es kehrte Ruhe am Grödner Joch ein.

Nach erholsamem Schlaf und stärkendem Frühstück ging es an die dritte Etappe hinauf auf die Sellahochfläche.  Nach knapp zwei Stunden erreichten wir  die Pisciaduhütte und von dort ab verlief der Weg mehr und mehr auf Altschneefeldern, die aber gut zu begehen waren.  Nach einer Rast auf der Boehütte strebten wir schließlich zum höchsten Punkt, dem Piz Boe, auf dessen Gipfel die höchstgelegene bewirtschaftete Hütte der Dolomiten, die Rifugio Capanna Fassa steht. Aufgrund der zunehmenden Bewölkung war die Sicht allerdings nicht mehr so gut wie die Tage zuvor. Der Wetterbericht verhieß aber für den nächsten Tag sonniges Wetter und so blieb die Spannung für den Rest des Tages erhalten, was wir denn noch alles zu sehen bekämen. Mit drei weiteren Hüttengästen gehörte die Hütte sozusagen uns und wir wurden von der jungen Hüttenbesatzung (drei junge Burschen – hochmotiviert!) bestens mit Apfelstrudel, Vino und einem leckeren Abendessen versorgt.

Der nächste Tag hielt, was der Wetterbericht versprochen hatte: Nach Abzug der Restbewölkung kam die Sonne zum Vorschein und ließ die Augen in weite Ferne schweifen. Welch ein erhabenes Gefühl, dies erleben zu dürfen! Wir konnten uns kaum satt sehen. Der Abstieg zum Pordoijoch war nach all dem, was wir schon hinter uns hatten, fast ein Kinderspiel.

Erfüllt mit unvergesslichen Eindrücken und dankbar, dass alles so gut gelaufen ist, traten wir wieder unsere Heimreise an.