+++ Der Buchungsstart verschiebt sich auf den 9. Dezember 2022 18:00 Uhr !

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Bike & Hike – Similaun

 

Freitag: Vent – Martin Busch Hütte – Similaun Hütte

Um uns den Rückweg am Sonntag zu erleichtern hat Tourenführer Rainer Willibald für die erste Etappe unserer Tour eingeplant mit den Mountain Bikes bis auf die Martin Busch Hütte zu fahren. Für dieses Wochenende ist das bisher wärmste Wochenende des Jahres angesagt.

Doch als wir auf dem Weg ins Ötztal sind regnet es plötzlich so stark, dass wir auf der Autobahn gerade noch mit 40 km/h unterwegs sind. Als wir in Vent ankommen regnet es immer noch und wir beschließen zuerst einmal einen vorab Einkehrschwung einzulegen bevor es überhaupt losgeht. Nach einer ¾ Stunde hört es dann auch tatsächlich wieder auf zu regnen – jetzt kann es endlich losgehen. Wir schwingen uns auf unsere Bikes und strampeln den langgezogenen Weg hinauf in Richtung Martin Busch Hütte. Ungefähr zwei Drittel des Weges können wir fahren, den Rest müssen wir aufgrund der Steigung schieben. Wir kommen gut voran und sind in unter zwei Stunden an der Hütte. Hier deponieren wir unsere Fahrräder und machen und nun zu Fuß auf den Weiterweg zur Similaun Hütte (3.019m). In gut zwei Stunden erreichen wir auf unschwierigen Wegen unsere Unterkunft und können unsere Akkus beim gemütlichen Abendessen wieder aufladen. Die Hütte ist bis auf den letzten Platz ausgebucht und wir kämpfen in der Nacht im Matratzenlager gegen die Schnarcher ums Ein- und vor allem ums Durchschlafen.

 

Samstag: Similaun Hütte – Finailspitze – Hauslabkogel – Similaun Hütte

Mehr oder weniger ausgeschlafen ist um 06:00 Uhr Wecken angesagt. Um sieben Uhr sind wir alle einsatzbereit vor der Hütte. Direkt hinter der Hütte steigen wir auf gut markiertem Weg, teilweise mit Drahtseilen versichert, über einen längeren, bald breiter werdenden Gratrücken hinauf zur „Ötzi“ Fundstelle am Tisenjoch (3.210m). Von hier wandern wir weiter bis zum Hauslabjoch. Dort legen wir den Gurt und das Seil für die Gletscherquerung an. Den eigentlichen Aufstieg zur Finailspitze (3.514m) klettern wir dann frei. In schöner und leichter Blockkletterei, das ein oder andere Mal auch etwas ausgesetzt, erreichen wir bald den höchsten Punkt mit dem Gipfelkreuz. Hier oben haben wir einen wunderbaren Blick auf unser morgiges Ziel den Similaun und die umliegende Bergwelt.

Nach dem Abstieg entscheiden wir uns, dem Hauslabkogel (3.403m) noch einen Besuch abzustatten. Wir gehen über den Hochjochferner direkt an die ca. 40° steile Südflanke, die fast direkt 150 hm zum Gipfel hochzieht. Die Flanke ist noch fast komplett mit Schnee bedeckt. Somit gibt es keine Randkluft. Hier können wir noch ein bisschen Steileis feeling trainieren und legen zwei sechzig Meter Fixseile hinauf. Der unscheinbare Gipfel trägt nicht einmal ein Kreuz. Zum Abstieg wählen wir auch den mehr oder weniger steilen, direkten Weg nach unten und nach gut acht Stunden Tagesaktivität kommen wir noch rechtzeitig zum Apfelstrudel und Kaffee wieder auf der Hütte an.

 

Sonntag: Similaun Hütte – Similaun – Marzellkamm – Vent

Heute soll es richtig heiß werden. Deshalb starten wir wieder recht pünktlich zur Tour auf den Similaun (3.606m). Wir reihen uns in die Perlenkette der Gipfelaspiranten, kommen aber gut und zügig voran. In weniger als zwei Stunden erreichen wir mit vielen anderen über einen schmalen Grat den breiten Gipfel. Hier müssen wir fast eine Platzkarte ziehen um ein Gruppenbild mit Kreuz zu erhaschen. Das Wetter ist einfach traumhaft und wir genießen die herrliche Rundumsicht. Doch selbst hier oben ist es heute richtig warm. Beim Abstieg versinken wird dann auch regelmäßig im sulzigen Schnee, erreichen aber bald wieder festen Fels am Einstieg zum Marzellkamm. Dieser Abstiegsweg entpuppt sich als wunderbar zu gehendes, grobblockiges Gelände. Eine echte Alternative zum Normalweg. Als wird auf der Martin Busch Hütte, die immerhin auf 2.501m liegt, ankommen herrschen selbst hier fast 28°C. Jetzt zahlt es sich für uns richtig aus, dass wir hier unsere Fahrräder deponiert haben. Alle Bergsteiger die mit uns unterwegs waren sind neidisch auf uns und bieten uns alles Mögliche für unsere Mountain Bikes. Wir schlagen natürlich alle Angebote in den Wind und fahren zügig an allen vorbei, die fast zehn Kilometer, in einer guten halben Stunde zurück nach Vent zu unseren Autos. Normalerweise braucht man für die Strecke zu Fuß fast zweieinhalb Stunden! So kann die Bergsaison weiter gehen.