+++ Der Buchungsstart verschiebt sich auf den 9. Dezember 2022 18:00 Uhr !

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Sonne, Schnee und Sturm –

eine ausgewachsene Tour in der Silvretta

Am Samstag, den 28.03. trafen wir uns, um 10.30 Uhr am Parkplatz der Heidelberger Hütte in Ischgl. Von dort ging es zunächst im Skigebiet und später im endlosen Fimbatal bei herrlichem Sonnenschein in vier Stunden gemütlich zur Hütte.

Bestens gelaunt und braungebrannt vom reflektierten Sonnenlicht entspannten wir uns noch ein wenig auf der Sonnenterasse, bevor der sympathische Hüttenwirt Loisl und seine Crew zum abendlichen Festschmaus bat. Reichlich und lecker wurde gespeist und danach mit Karten lesen und spielen der Abend zugebracht.

Am nächsten Morgen sah das Wetter noch gar nicht so schlecht aus, wie vorhergesagt. Dementsprechend gingen wir das geplante Tourenziel, den 2928 m hohen Piz Chamins zuversichtlich an. War es im ersten Aufstieg des Tages noch bewölkt und trüb, so lockerte es doch nach der ruppigen Abfahrt ins abgelegene Valpiglia immer wieder kurz auf und völlig unerwartet zeigte sich zum Teil sogar die Sonne. Der eindrucksvolle, weil absolut gottverlassene Aufstieg zum Tagesziel ließ die Herzen der fünf Teilnehmer und des Tourenleiters zwei Etagen höher schlagen. Keine Menschenseele, perfektes Skigelände und eine wahnsinnige Nah- und Fernsicht, die von den Wolkentürmen perfekt inszeniert wurde. Mit Harscheisen unter den Sohlen und einer gehörigen Portion Konzentration wurde auch der extrem steile Gipfelhang gemeistert und es folgten die letzten ausgesetzten Meter zu Fuß zum höchsten Punkt. Unglaublich, keine einzige Spur in dem nordseitigen 900hm - Kar, das nach der Überschreitung vor uns lag.

Ein stürmischer Wind ließ uns schnell auf Abfahrtsmodus umschalten und war untrügbarer Vorbote einer deutlichen Wetterverschlechterung. Nach unendlichen Schwüngen im schweren Pulver zogen wir knapp oberhalb von Samnaun zum dritten Mal an diesem Tag die Felle auf. 1250 hm lagen bereits hinter und noch 650 vor uns. Gemächlich und Kräfte sparend wurde der letzte Anstieg des Tages im immer schlechter werdenden Wetter gemeistert. Schneefall, keine Sicht und Sturm zwangen zu einigen Orientierungspausen und zehrten nun merklich an den Kräften. Nachdem aber Zeblasjoch und Fuorcla Val Gronda überschritten waren, lag uns die Hütte endlich wieder zu Füßen. Eine letzte Abfahrt im White Out, mit vielen tückischen Wechten lag nach einer weiteren langen Stunde hinter uns. Um 18.15 Uhr dann, konnten wir uns erschöpft und sehr glücklich, ob dieser gelungenen Mammuttour in den Armen liegen.

Am Montag wurden die Pläne einer weiteren Skitour leider von schlechter Sicht, Sturm und Neuschnee, die in Summe zur Lawinenwarnstufe vier führten, durchkreuzt und wir beließen es bei einem LVS-Training und der anstrengend Abfahrt durch nassen Neuschnee ins Tal.