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Norge 2015 – Tusen takk! (Danke vielmals!)

Rückblick auf ein Reiseerlebnis besonderer Art

Hat mein Wecker geklingelt? Nein, das kann nicht sein, ich habe keinen Wecker eingepackt. Aber irgendetwas hat mich aus meinem Traum gerissen. Ach, - Hubert ist schon in der Hütte unterwegs und schürt aus der restlichen Glut des Vorabends den Ofen nochmals an.

Soll ich mich schon aus meinem Hüttenschlafsack schälen und über knirschenden Schnee zum Plumps-Klo-Häuschen stapfen? Na ja, vielleicht doch erst einmal eine Hafer-Gröd zum Frühstück essen, schließlich bin ich ja in Norge.

Ein Blick aus dem Fenster verspricht erneut einen sonnigen Tag. Ich freu mich schon darauf, wieder in eine Swarovski-Winterwelt eintauchen zu dürfen. Sobald nach dem Frühstück der Rucksack gepackt und die Hütte ordentlich ist, geht`s los mit meinen Fjellskiern. Es fasziniert mich, mit wie wenig Gepäck ich 12 Tage unterwegs bin und ich nichts von dem vermisse, was ich im Vorfeld noch gerne mitgenommen hätte.

Norge hat mich gefesselt, hat mich mit seinen Bergen und zugefrorenen Seen, mit seinen Massen von Schnee und mit seiner Ruhe und Weite verzaubert. Unterwegs kann ich immer wieder nur staunen, was sich aus Schnee und Wind alles formen lässt: Windkolke, so groß wie eine Dinosaurier-badewanne; Eishänge, als hätten Trolle riesige Spiegel eingebaut und Schneewechten, die in ihrer Dimension bedrohlich und beschützend zugleich wirken.

Eine Stunde mit meinen Fjellskiern über einen zugefrorenen See zu gleiten ist wie Meditation. Krhhh-krhhh- Krhhh- krhhh, im Wechsel suchen sich meine Skier ihren Weg. Mein Geh-Rhythmus hat sich meiner Atmung angepasst und ich erlebe nur das Jetzt und Hier. Kein Nachdenken, was gestern war, kein Organisieren, was morgen kommt. Einfach nur Gehen und Staunen und mich daran freuen, dass ich hier bin.

Wie eine Karawane ziehen wir acht Norge-Fans bergan und bergab. Das birgt Spannung in sich, denn jeden Tag versuche ich, mich mehr mit meinen Fjellskiern anzufreunden, wie wenn ich mich vorsichtig einer Raubkatze nähern würde. Mit jedem Schritt vorwärts bin ich auf der Hut: „Stehe ich in der Mitte? Habe ich Druck an der richtigen Stelle? Kann ich mich in der eisigen Schrägpassage halten? Schaffe ich es, Kurven zu fahren?“ Wenn ja, freue ich mich und denke „Geht doch!“ Wenn nein, tut`s meistens weh und ich kann nicht begreifen, wie ich mich als Skifahrerin so ungeschickt anstellen kann. Wie gut, dass unser Gruppenmotto lautet: „Lachen ist erlaubt, auslachen nicht!“ So trag ich mit meinem Kampf wenigstens immer wieder zur Belustigung der Gruppe bei, vor allem, wenn ich Fritjof Nansen im Gesicht zerteile, d.h. wenn ich meine Skier falsch herum angeschnallt habe.

Apropos Lachen, jeden Abend gibt`s lustige Gespräche und Erzählungen, werden einander witzige Sprüche und Frotzeleien zugeworfen und die Diskussionen der Paare lassen die anderen des Öfteren schmunzeln. Fahr- und Sturzanalysen werden gemacht, über das richtige Skiwachs wird debattiert und auch der Kegelstand im Plumsklo ist einige Lacher wert. Doch es fällt kein kränkendes Wort, denn allen ist bewusst, dass wir als Truppe fern der Zivilisation 14 Tage unterwegs sind und es kein Entrinnen gibt.

Entrinnen? Ich will gar nicht entrinnen! Ich will von der ersten bis zur letzten Minute voll dabei sein! Ich will die Rentierherde, die nah an uns vorüber zieht, in meine Erinnerung einschweißen, ich will die Schneefahnen, die am Gipfelkamm hochwehen, in meinem Gedächtnis festhalten. Ich will die Eiszapfen, die der Wind schräg vom Dach wachsen ließ, jederzeit mit meinem inneren Auge sehen können. Ich will mein Norge-Schatzkästchen Tag für Tag füllen mit all diesen Naturwundern, Erlebnissen und Eindrücken. Zuhause werde ich es immer wieder öffnen und ein wenig Norge in meine Allgäuer-Welt zaubern.

Danke, lieber Klaus, dass ich dabei sein durfte und Danke, dass ich durch Deine super Organisation und vertrauensvolle Führung so viel Zeit zum Staunen und Schatzkästchen-Füllen hatte.