Skidurchquerung
der Hardangervidda
Tourenbericht
08.-21.03.2010
08.03.2010
Wangen – Oslo
Alle
zusammen sind wir mit Kunighams VW Bus an den Flughafen gefahren. Flug
nach Oslo und dann vom Flughafen mit dem Flybussen direkt vor das Astoria
Hotel. Ein kleiner Spaziergang durch die Fußgängerzone an den Hafen und
ein Abendessen waren noch das „Abschlussprogramm“ für den heutigen
Tag. Denn es galt ja auch noch den Rucksack für morgen zu packen.
09.03.2010
Oslo – Geilo – Haugastol – Kraekkja Hytta
14:00
– 19:00 Uhr – 5 Std.
Morgens
blieb nicht all zu viel Zeit. Frühstück, Gepäck das im Hotel bleibt
verstauen, Zahlen. Dann Rucksack schnappen, die 5 Minuten zum Bahnhof und
los geht die eigentliche Skitour. Mit dem Zug ging es in ca. 3,5 Std. nach
Geilo. In Geilo haben wir uns wie im letzten Jahr auch die Fjellskiausrüstung
bei Sport 1 geliehen. Dann ging's mit dem MaxiTaxi weiter nach Haugastöl.
Und ab jetzt standen wir auf den Ski. Wir folgten der Kvisterute(ausgesteckte
Strecke) über den
Berg Varden, hinunter zur Straße über eine kleine Abkürzung (Lägreidstölen),
dann weiter auf dem markierten Weg zur bewirtschafteten Kraekkja Hytta.
10.03.2010
Kraekkja Hytta – Kjeldebu
09:30
– 14:00 Uhr – 4,5 Std.
Sturm
stand für den ganzen Tag auf dem Programm. Den ganzen Weg nach Kjeldebu
hatten wir starken Gegenwind. Die ersten zweihundert Höhenmeter auf das
kleine Plateau hinauf waren damit anstrengend. Selbst bergab mussten wir
immer gehen. Schneesturm, zwischendurch Nebel und nur ganz kurz ein paar
Sonnenstrahlen. Und so zog sich der Weg etwas in die Länge. An eine Pause
war bei dem Sturm nicht zu denken. Einzig eine kleine Trinkpause war möglich.
Auf
der Kjeldebu angekommen trafen wir auf zwei Deutsche, die mit einem
schweren Pulka(Gepäckschlitten) unterwegs waren. In diesem Gelände ist
ein Pulka wohl nicht das ideale.
Die
Kjeldebu war auch die erste Selbstbedienungshütte und so konnte sich die
Gruppe ein Bild darüber machen, was an Lebensmitteln in den kommenden Tagen
zur Verfügung stehen würde.
11.03.2010
Kjeldebu – Garen
09:30
– 15:00 Uhr – 5,5 Std.
Bei
Nebel und Sturm ging es nun weiter der markierten Route in Richtung SSW
nach Krossdalen und zur Straße N7. Dort trafen wir auf die Gruppe junger
Norweger, die gestern Nacht noch von Finse auf die Kjeldebu gekommen waren
und ca. 1 Std. vor uns aufgebrochen waren. Wir wollten der Straße folgend
hinunter nach Maurset und weiter nach Garen. Die Gruppe weiter nach S zur
Sandhaug. Der Führer bat uns, drei aus der Gruppe mit nach Maurset zu
begleiten, weil die die Route nicht fortsetzten wollten. Der Straße mit
meistens leichtem Schneebelag folgend, ging es nun bergab. Zwischendurch
kam uns eine gewaltige Schneefräse entgegen, mit der die Straße über
die Hardangervidda auch bei Schneesturm freigehalten wird. Und im Konvoi
kamen uns dann auch Autos entgegen oder überholten uns. Vorn fuhr ein
riesiger Schneepflug, dann kamen Autos und Lkws und hinten dann noch
einmal ein Schneepflug. Maurset mit vielen kleinen Häuser wirkte
ausgestorben, fast trostlos. Auf und neben der Straße gingen wir weiter
nach Garen zum Campingplatz. Ein wunderschönes Blockhäuschen wartete auf
und. Perfekte Bedingungen! Im kleinen Laden des Campingplatzes konnten wir
für das Abendessen und das Vesper für den kommenden Tag einkaufen.
12.03.2010
Garen – Hadlaskard
08:30
– 18:00 Uhr – 9,5 Std.
Lange
Etappe mit nur 30 Minuten Pause. Dafür aber an einem sonnigen und
windstillen Plätzchen.
Ab
hier war die Route nicht mehr markiert. Vorbei an Hallet über den flachen
Pass nach Berastölen. Dann nach Westen etwas absteigend bis zur
Stromleitung die nach Viveli führt. Schon bis hier her war es eine
beeindruckende Landschaft an der Baumgrenze. Die verkrüppelten Birken
verdeutlichen den Kampf den die Vegetation hier mit den Wetter- und
Klimabedingungen ausringt. Ein kurzer steiler Auf- und Abstieg folgten.
Dan ging es flach dem Tal folgend nach Viveli. Hier konnte wir Pause
machen. Ab hier folgt man nun direkt nach S dem meist breiten Tal der
Veig, die vollkommen zugefroren war. Eine super beeindruckende
Tallandschaft mit z.T. verkrüppelten Bäumen, Felsen und höheren Bergen
umringt. Da nur relativ wenig Schnee lag schauten an manchen Stellen auch
noch Grashalme und Sträucher hervor. Die letzten 4 km zur Hadlaskard
zogen sich dann noch einmal durch Felsen, kleine zugefrorene Bachläufen
und z.T. Strauchwerk dahin. Diese Tallandschaft muss auch im Sommer
einzigartig fantastisch sein.
13.03.2010
Hadlaskard – Sandhaug
09:00
– 16:15 Uhr – 7,5 Std.
Sturm
und Schneesturm begleitete uns den ganzen Tag, aber heute wenigstens in
die richtige Richtung! Die ersten 6 km nach Osten hinauf auf das Plateau
konnten wir den Steinmännchen folgen, die wegen der geringen Schneelage
noch deutlich zu erkennen waren. Oben dann erleichterte das GPS die
Orientierung im Nebel und Schneesturm schon deutlich. Kupiertes Gelände
mit kleinen Aufstiegen und kurzen manchmal witzigen Abfahrten machten den
Weg abwechslungsreich. Eine kleine Verschnaufpause legten wir im
Windschatten einer kleinen vollkommen eingewehten Hütte am Heisantjörna
See ein. Die letzen 8 km auf dem großen Nardmannslägen See ging es dann
flach dahin bis zur Sandhaug, deren Selbstbedienungshütte nicht ganz so
einladend wie alle anderen Hütten war.
14.03.2010
Sandhaug – Lagaros
09:30
– 15:45 Uhr – 6,25 Std.
Ein
Hammertag! Wahnsinn! Heute war leichterer Wind als gestern dazu aber
blauer Himmel und Sonnenschein. Wir konnten alle nicht genug bekommen vom
schauen und staunen. Weite, Ruhe, Vidda. Irgendwie schon komisch, dass
einen karge, eintönig fast langweilig weiße Landschaft so eine Wirkung
hat. Wir ziehen fast eben nach WSW zur Lagaros, die einfach toll liegt. Im
Nebenhaus waren schon 4 Norweger eingezogen. So zogen wir ins
Haupthaus ein. Ein toller Sonnenuntergang über der weißen Ebene rundete
den Tag ab.
15.03.2010
Lagaros – Stordalsbu
09:15
– 17:00 Uhr – 7,75 Std.
Vor
der Tür wartet ein Fuchs und würde wohl gerne ein Stückchen Wurst
annehmen. Schön, in dieser Einsamkeit so nahe einen Fuchs zu sehen.
Schön,
dass wir in diesem Jahr die Route über den Kallungsjaen zur Stordalsbu
nehme. Wir biegen nach ca. 3 km rechts nach SW vom Weg nach Marbu in das
weite Tal ab. Vor uns in der Ferne die Gipfel die das Ende des Sees
markieren. Wir gleiten über die weiße Fläche dahin. Bei Windstille
legen wir eine kleine Rast ein, die dann schnell wieder abgebrochen wird,
als ein kleines Lüftchen zu wehen beginnt. Wir nehmen uns den Punkt 1414
als Tagesgipfel vor und steigen flach in westliche Richtung auf. Überall
sind Spuren von Rentieren. Es müssen viele Tiere hier gewesen sein. Mich
wundert es immer wieder, wie diese Tiere nur von Flechten die sie von den
Steinen lecken und den wenigen Zweiglein die sie hier finden überleben können.
Da ist mir die Vorratskammer der DNT Hütten doch lieber.
Der
Aufstieg zum Gipfel ist unproblematisch aber der Wind frischt hier oben
deutlich auf. Im Sturm bestaunen wir die umgebende Landschaft bis an den
Horizont. Im Norden reicht der Blick bis zum Hardanger Jokullen. Gott sei
Dank ist der Schnee bei der Abfahrt nicht all zu brüchig. Wenn gleich es
schon immer eher witzig aussieht, wie die Gruppe auf den Skiern den Hang
herunter kommt. Wir fahren zum Endes des See ab und folgen dem am Anfang
etwas abfallenden, dann flachen Sletteai Tal. Vorbei an der kleinen
eingeschneiten Hütte Slettedalsbu. Dann folgen wir nach Westen einem
kleinen Tal über einen flachen Pass in Richtung Stordalsbu. Da ich
vermute, dass die verwehte Skispur die wir hier antreffen schon Richtung
Kalhovd führen könnte schlage ich vor direkt die Richtung zur Hütte
einzuschlagen. Oben auf dem kleinen Hügel kommt wieder Sturm auf. 200 m
vor der Hütte müssen wir dann feststellen, dass die Hütte eher unter
als vor uns liegt. Ein etwas steilerer Absturz stellt sich uns in den Weg,
den wir aber über eine Wechte absteigend und nach SO ausweichend gut
umgehen können. Wir sind alle froh, als wir an der Hütte bei eisigem und
unangenehmem Wind ankommen. Eine tolle Hütte, mit voller Speisekammer.
Klasse wie angenehm die Hütte eingerichtet ist.
16.03.2010
Stordalsbu – Kalhovd
09:15
– 13:30 Uhr – 4,25 Std.
Noch
immer bläst der Sturm eisig um die Hütte. Aber das Wetter ist noch ganz
passabel. Wolken, zwischen denen die Sonne hervorblitzt. Die Etappe führt
relativ flach nach Westen zur Kalhovd. Meine Waxski sind heute deutlich im
Vorteil. Der Wind treibt mich stellenweise weiter. Auf den ca. 18 km legen
wir als Gruppe ein flottes Tempo hin. Auf der Kalhovd werden wir wieder
hervorragend bekocht und bedient. Das ist angenehm, aber wir sind uns
einig, dass die tollen Selbstversorgerhütten eine noch schönere Stimmung
ausmachen.
17.03.2010
Kalhovd – Helberghytta
09:00
– 15:00 Uhr – 6 Std.
Hubert
und Ich kannten diese Strecke ja schon aus dem Vorjahr. Sie war wieder
markiert. Und alle waren der gleichen Meinung, dass die Markierungen nun,
nach den Tagen der unmarkierten Etappen schon fast den Eindruck der Natur
und Weite störten. Auch hier lag im Vergleich zum letzten Jahr deutlich
weniger Schnee. Bei Strengen treffen wir wieder auf Schneehühner. Wir
folgen der Route und kommen zu einer übervollen Helberghytta(12 Betten).
Eine Klasse mit 22 Schülern hat sich im Haupthaus einquartiert. Wir
belegen die Nebenhütte mit 4 Betten. Dann kommen 4 Junge Norweger mit
Pulkas, die aber angesichts der vollen Häuser später weiter ziehen und
kurz vor Rjukan Zelten. Unsere Reisebekannten Carsten und Martin kommen
auch noch und schlafen bei uns im Vorraum. Als dann gegen Abend noch vier
ältere Franzosen kommen wird es echt voll. Wir laden sie zum Essen ein,
weil wir fürchten, dass viele Köche die kleine Küche überlasten.
Schlafen tun sie in der Speisekammer in der Großen Hütte.
18.03.2010
Ruhetag auf der Helberghytta
Faulenzertag
heut. Wir scheinen das schon perfekt hinbekommen zu haben, denn heute ist
das Wetter schlecht. Es ist über Nacht sehr warm geworden, es taut und
regnet zeitweise. Als der Niederschlag nachlässt gehen die einen auf
einen kleine Tour, die anderen besichtigen die Schneehöhlen, ich mach Hüttenputz
und lese.
19.03.2010
Helberghytta – Rjukan
07:00
– 09:00 Uhr – 2 Std.
Es
schneit, fas schon ist Schneeregen dabei. Der letzte kurze Skitag
verabschiedet und dieses Jahr also nicht mit Sicht zum Gaustatoppen. Dafür
ist die Abfahrt zur Krossobanen angenehm weich. Eine Stunde zu früh, denn
die Bahn fährt erst ab 10:00 Uhr. So sitzen wir in der Station und frühstücken,
reden. Als um 09:30 Uhr die Bahn zu laufen beginnt, haben wir doch noch Glück,
der Gondelführer holt uns schon früher ab. zu Fuß geht es dann weiter
nach Rjukan zum Busbahnhof. Frühstückseinkauf im Supermarkt mit frischem
Ost. Busfahrt nach Oslo, ein kleiner Stadtbummel und Abendessen runden den
Tag ab.
20.03.2010
Oslo
Mit
einer kurzen, aber ergiebigen Einkaufstour in Oslo starten wir den Tag,
bevor wir zum Biathlon auf den Holmenkollen fahren.
21.03.2010
Oslo – Wangen
Mit
dem Bus geht es zurück zum Flughafen, dann über München zurück in die
Heimat.
Danke
an Marion, Karin, Marita, Hubert und Max für die tolle Stimmung auf der
Tour.
Klaus
Kunigham